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Gemeinde Niederviehbach  |  E-Mail: monika.mueller@niederviehbach.de  |  Online: http://www.niederviehbach.de

Isarbrücke feierlich eröffnet

Isarbrücke Eröffnung 2019

Dezember 2019. Die Fahnen des Landkreises und der Gemeinde wehten im Wind, die Geländer waren mit Zweigen, Fähnchen und Bändern geschmückt und immer mehr Menschen strömten am Mittwochvormittag von beiden Seiten zu den Feierlichkeiten der Verkehrsfreigabe der neu errichteten Isarbrücke. Bis zum Verschub konnte die Isar bereits auf der neuen Spannbetonbrücke überquert werden. Zwischendrin und zuletzt war für mehrere Wochen eine Vollsperrung der Isarquerung notwendig geworden. Die Gemeindeteile waren getrennt und lange Umleitungen über die Nachbargemeinden mussten in Kauf genommen werden, um ans andere Isarufer zu gelangen. Blauer Himmel und Sonnenschein waren der Feier zur Einweihung beschienen. 14 Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Kreis- und Gemeinderäte, Vertreter des Landratsamtes, der Planer und der Baufirmen kamen, um die Fertigstellung des teuersten Brückenbaus, den der Landkreis in den letzten Jahren durchführte zu feiern, so wie es sich Landrat Heinrich Trapp gewünscht hatte und schon bei den ersten Informationen der Bürger, vor fünf Jahren, angekündigt hatte. Auch wenn er die Brücke schon gerne im Mai eröffnet hätte und der Standort einige Schwierigkeiten beim Bau brachte, so bezeichnete Landrat Heinrich Trapp als Bauherr den Tag der Eröffnung als schönen Tag für ein Jahrhundertbauwerk, das für viele Jahrzehnte eine trag- und leistungsfähige Verbindung sicher stellen soll. Fünf Isarbrücken habe der Landkreis in den vergangenen 20 Jahren gebaut und mit Niederviehbach komme nun der sechste Brückenneubau hinzu, der mit Gesamtkosten von 8,4 Millionen Euro auch der Teuerste in dieser Reihe sei. Mit ein Grund für die erhöhten Kosten waren die Ver- und Entsorgungsleitungen, die unter der Isarsole verlegt werden sollten. Da alle unternommenen Versuche dieser Art abgebrochen werden mussten, wurden diese dann letztlich doch an die Brücke angehängt. Der Brückenstandort habe eine lange Tradition bis zur Salzstraße der Römer. Frühere Holzbrücken wurden immer wieder weg gerissen und die Vorkriegsbrücke aus Stahl fiel der menschlichen Unvernunft der SS zum Opfer. Vier SS-Soldaten wurden in diesem Zusammenhang kurz nach Kriegsende von den Amerikanern standrechtlich erschossen. Neben dem Dank an die vielen Beteiligten vergaß der Landrat auch schmunzelnd nicht die "kostenlose Bauaufsicht" durch Rentner und Interessierte, die ebenso wie alle anderen Gäste mit Gulaschsuppe des BRK-Kreisverbandes verköstigt werden sollten. Viele Geschichten ranken sich um die Brücke. Beim Vorgängerbau aus dem Jahr 1956 kamen ein Vater aus Mamming mit seinem Sohn ums Leben. Trapp drückte daher die Hoffnung aus, dass wie bei diesem Neubau auch in der Zukunft nichts passieren möge. Neben der Gemeinde mit Bürgermeistern, Gemeinderat und Verwaltung dankte Trapp auch namentlich den Mitgliedern der Kreisausschüsse, den Vertretern von Regierung und Polizei den Planern und Bauleitern und den 50 beteiligten Firmen. "Straßen führen zu den Menschen" und so freute sich der Landrat über ein friedliches Bild und kündigte an, dass im kommenden Jahr an allen Isarbrücken Informationstafeln über die jeweilige Brücke mit deren Geschichte aufgestellt werden sollen. Ganz am Rande bemerkte Trapp, dass bei dieser Baustelle kein Schwund von Bau- oder Palettenholz zu beklagen war. Zur Information der Bürger wurde von Heimatforscher Johann Girnghuber und Richard Wagner vom Landratsamt eine gelungene Festschrift mit vielen Informationen zum Bau und zur Geschichte der Brücke erstellt, die auch an alle Bürger verteilt werden soll. Diese zeigt unter anderem, dass die Isar früher so viele Arme hatte, dass bis zu sieben Brücken erforderlich waren. Auch der gewünschte Brückenheilige, ein Christophorus soll noch angefertigt werden und neben der Brücke seinen Platz finden, versprach Trapp. Begleitet wurden die Feierlichkeiten durch das Bläserensemble unter der Leitung von Georg Schwimmbeck. Eingebunden waren auch die Kinder des Kindergartens St. Georg und die Schüler der örtlichen Mittelschule und der Realschule St. Maria mit musikalischen und schauspielerischen Einlagen. Nicht nur auf die Funktion der Brücke als Verbindung zweier Ufer, sondern auch auf die symbolische Bedeutung des Verbindenden und des Zusammenführens von getrennten Teilen, wie es zuletzt die Ortsteile erlebt haben, ging Bürgermeister Johannes Birkner in seinen Grußworten ein und erinnerte an den Ablauf des Baus und der ursprünglich unternommenen Spülbohrungen für den Leitungsbau durch die Gemeinde. Sein Dank galt neben dem Landrat und dem Kreistag auch den Ingenieuren und am Bau beteiligten. Eine Herzensangelegenheit sei der Brückenneubau dem verstorbenen Bürgermeister Josef Daffner gewesen, erinnerte Birkner. Die Zusammenarbeit von beschlussfassenden Gremien, von politischen Entscheidungsträgern, planenden Büros, den Baufirmen und den Bürgern bezeichnete Birkner als beispielhaft. Ingenieur und Planer Prof. Dr. Hans Bulicek ging auf die planerischen Aufgaben ein. Die Vorgängerbrücke sei nicht nur marode gewesen, sondern aus den Anfangszeiten von Spannbetonbrücken. Man habe zu Zeiten der Planung nicht wissen können, wie sich die Anforderungen entwickeln würden. Daher musste die Planung sich an den vorausschauenden Verhältnissen in 100 Jahren orientieren. Für die nächsten zehn Jahren erwarte man eine Verdoppelung des Güterverkehrs und autonome Lastkraftwagen. 2 800 Tonnen wiege die Brücke und 30 bis 40 Tonnen Verschubkraft waren nötig, um diese in die Endlage zu bringen. Bei Überlastung würde sich die Brücke stark verformen, aber nicht einstürzen. Auch ganz andere Schwerpunkte, betreffend den Männern und Frauen unter seinen Mitarbeitern setzte Bulicek in seiner Ansprache. Nach der kirchlichen Segnung durch Pfarrer Stefan Brunner und Pfarrerin Sabine Weigmann durchschnitten Berta Daffner, in Erinnerung an ihren verstorbenen Gatten und Bürgermeister Josef Daffner, Landrat Heinrich Trapp und Bürgermeister Johannes Birkner das Band zur Freigabe des Verkehrs, der sich kurz darauf mit vielen Fußgängern und den ersten Autos über die Brücke bewegte. Im Anschluss war Gelegenheit, die Bauarbeiten im Film, den der junge Auszubildende Marcel Ederer aus Niederviehbach mit seiner Drohne erstellt und bearbeitet hat, in der Viehbachhalle revue passieren zu lassen. Landrat Heinrich Trapp und Bürgermeister Johannes Birkner dankten Ederer für die hervorragend umgesetzte, filmische Dokumentation, die neben der erstellten Hochglanzbroschüre Einblicke zum Brückenbau gibt.

 

Der Brückenneubau in Zahlen: Lichte Weite: 112,80 Meter, Lichte Höhe im Schnitt ca. 1,60 Meter über der Wasserlinie. Breite zwischen den Geländern: 11,75 Meter. Fahrbahnbreite: 7,50 Meter. Fahrbahnbreite Geh- und Radweg: 3,25 Meter, Brückenfläche: 1 340 Quadratmeter

 

Kosten und Finanzierung: Gesamtkosten 8 432 000 Euro. Davon Baukosten Brücke: 6 990 000 Euro, Landkreisanteil Leitungsverlegung 442 000 Euro, Gemeinde Niederviehbach 250 000 Euro. Zuwendung des Staates aus der Mineralölsteuer: 3 700 000 Euro.

 

Der Weg zum Neubau. Bei den regelmäßigen Prüfungen wurden vor rund 15 Jahren verschiedene Mängel festgestellt. Im Jahr 2005 wurde erstmals ein Kostenaufwand für die Sanierung von 150 000 Euro angesetzt. Die Sanierung wurde jedoch immer wieder hinausgeschoben. 2012 wurde das Ingenieurbüro Bulicek mit einer Nachrechnung der Belastbarkeit beauftragt, wodurch die Brücke auf 16 Tonnen und eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h beschränkt wurde. 2014 wurden die Kosten für die Ausführung im Jahr 2019 mit 3 Millionen Euro veranschlagt. Im Dezember 2017 war Baubeginn und Spatenstich. 2018 erfolgen Spundwandarbeiten Widerlager und Pfeiler, Behelfswiderlager und Überbau, Kappen Geländer und Restarbeiten, Montage der Leitungen an der neuen Brücke. Nach Fahrbahnabdichtung und Asphaltierungsarbeiten erfolgte die Verkehrsführung über die alte Brücke. Nach einer Vollsperrung erfolgte im März 2019 die Verkehrsumlegung auf die neue Brücke und Abbruch der alten Brücke. Im September 2019 erfolgte der Querverschub an die Stelle der alten Brücke und dann die Fertigstellung in Endlage.

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